Der falsche Pferdeflüsterer –
Privatdetektivin Billie Pinkernell
 

Leseprobe aus „Der falsche Pferdeflüsterer“ von Gesine Schulz


Billie lag in der Hängematte und blinzelte durch die Apfelbaumblätter in den Himmel. Der war immer noch grau. Der Regen in der Nacht hatte Abkühlung gebracht. Zum ersten Mal seit Wochen trug sie wieder ihr dickes Flanellhemd. Eine Erinnerung daran, dass der Sommer langsam zu Ende ging. Und nicht nur der Sommer. Auch die Sommerferien. Man brauchte keine Privatdetektivin sein, um das festzustellen. Noch eine Woche. Eine Woche und anderthalb Tage, um genau zu sein.
Billie gähnte ausführlich. Es raschelte im Gebüsch. Zu laut für Sophie. Katzen konnten sich lautlos bewegen, wenn sie wollten.


„Tim, bist du das? Ich habe dich gehört. Komm raus. Du, ich hab mir gerade was überlegt.“ Sie wandte den Kopf und riss die Augen auf. Vor ihr stand ein Indianer. Mit einer Feder im dunklen Haar und aufgemalten Streifen im Gesicht. Hemd und Hose waren aus hellem, weichem Leder, hatten Fransen und waren mit kleinen bunten Perlen bestickt.
Billie setzte sich auf. Die Hängematte schwankte. „Du dicke Socke, du siehst ja vielleicht echt aus!“
Tim grinste.
„Was für eine Sorte Indianer bist du noch mal?“
„Ein Apache. Die Kriegsbemalung der Komantschen ist rot und schwarz, unsere blau und schwarz - ganz einfach zu merken.“
„Also, wenn ich eine Indianerin sein müsste, wäre ich auch lieber bei den Apachen.“
„Warum?“
„Na, weil Blau doch meine Lieblingsfarbe ist.“ Billie stand auf und besah sich die Streifen in Tims Gesicht aus der Nähe. Ein breiter schwarzer Strich den Nasenrücken runter. Auf der rechten Wange im Wechsel je zwei blaue und schwarze Striche, ungefähr so breit wie ein Zeigefinger. Auf der linken Seite waren es zwei weniger.
„Hast du da welche vergessen?“
„Keine Spur. Das ist Absicht.“
„Ach so.“ Billie nahm einen rotwangigen Apfel von der Balustrade des Gartenhauses und ließ sich auf den Stufen nieder, die auf die kleine Veranda führten. Sie biss in den Apfel. „Mh, schön süßsauer. Willst du auch einen?“


„Nein, danke. Oder, doch! Für später.“ Tim ließ zwei Äpfel in seiner rechten Hosentasche verschwinden. „Kommst du mit zum Pony-Paradies? Heute ist eine Art Generalprobe für die Pony-Parade morgen. Um die Ponys zuzuteilen, zu sehen, wer zu welchem Stamm gehört und so was alles. Die Anmeldefrist war schon vor den Ferien, aber vielleicht lässt der Jochen dich noch mitmachen.“


Die Pony-Parade fand jedes Jahr statt, wenn im benachbarten Großrabenstädt die Pferderennwoche vorüber war und in Rabenstein eine kleine Messe für Pferdeliebhaber veranstaltet wurde. Die Rabensteiner Pferde-Tage.
Billie zog ihre Stirn kraus. Ansehen wollte sie sich die Pony-Parade auf jeden Fall. Aber mitmachen?
Pferde sah sie am liebsten aus sicherer Entfernung. Sie hatte den Verdacht, dass Pferde sie nicht besonders gut leiden konnten. Warum sonst war ihr vor vielen Jahren mal ein Pferd auf den Fuß getreten? Ein Versehen, hatten alle gesagt. Aber Billie hatte ihr Zweifel. Ein riesiges Pferd war das gewesen.


„Und du meinst, ich soll da mitmachen, Tim? Oben auf einem Pferd?“
„Es sind lauter Ponys, die meisten Islandponys. Die Isis sind dickköpfig, aber richtig nett. Und Ponys sind doch nicht hoch.“
Konnte Tim Gedanken lesen?
„Es ist immer ein Riesenspaß.“
„Ich kann aber gar nicht reiten.“
„Überhaupt nicht?“
Billie überlegte. „Nein. Überhaupt nicht. Oh! Ich könnte auf meinem Fahrrad mitfahren.“ Endlich war es repariert worden. Es sah fast so gut aus wie vor dem Zusammenstoß mit dem geparkten Auto. Ein teures Pech. Aber so was konnte einer Privatdetektivin schon mal passieren, wenn sie auf einer Verfolgungsjagd war. Besonders, wenn sie hinter einem entflogenen grünen Papagei her war. Da musste man beim Fahren immer wieder nach oben gucken. Es war doch klar, dass man dabei nicht ständig nach Autos Ausschau halten konnte, die einfach so rumstanden, noch dazu fast zur Hälfte auf dem Bürgersteig.


In den letzten Tagen war sie mit dem reparierten Rad kreuz und quer durch Rabenstein geradelt und am Fluss entlang, bis zur Brücke, die nach Rabennest führte. Das hatte Spaß gemacht, auch wenn sie einmal fast mit der Schnellen Betti zusammengeprallt wäre, die mit ihrem Roller auf einer Botenfahrt war und es noch eiliger hatte als sonst.


„Nee, mit dem Fahrrad geht das nicht.“ Tim verschränkte seine Arme vor der Brust und sah aus wie ein Häuptling, der das letzte Wort gesprochen hatte.
„Aber wieso denn nicht? Auf dem Fahrrad bin ich genauso schnell wie ihr. Oder galoppiert ihr die ganze Zeit wie die Verrückten?“
„Nein, wir galoppieren überhaupt nicht bei der Pony-Parade. Aber es ist doch eine Wild-West-Parade. Hast du in einem Indianerfilm schon mal jemanden mit dem Fahrrad über die Prärie radeln sehen?“


„Hm ...“ Cowboys auf Fahrrädern? Oder Indianer? „Hm, nein, gesehen habe ich das noch nie. Kann ich nicht behaupten.“
„Na also. Wenn du nicht reiten willst -“
„Kannscht“, sagte Billie mit vollem Mund.
„Na gut: nicht reiten kannst, dann magst du vielleicht mit der Kutsche mitfahren. Wir haben immer zwei oder drei Kutschen, die -“
„Richtige Postkutschen?“
„Nein, kleine offene Kutschen. In einer von denen ist bestimmt noch ein Platz frei. Komm mit, wir fragen denn alten Herrn Freßberger. Der organisiert alles und hat den Überblick.“
„Au ja! Mit der Kutsche! Das mache ich.“ Billie sammelte rasch ein paar Falläpfel aus dem Gras und verstaute sie in ihrer Umhängetasche. Pferde mochten Äpfel mindestens ebenso gerne wie sie selbst, das wusste sie. Falls eins der Tiere auf sie zusteuern sollte, mit der Absicht, ihr auf den Fuß zu treten oder ihre Haare anzuknabbern, würde sie ihm zu Ablenkung einen Apfel vor die Hufe werfen und ganz schnell Deckung suchen.


° ° ° ° ° ° °


Ende der Leseprobe aus „Der falsche Pferdeflüsterer“.

Alle Rechte vorbehalten. © Gesine Schulz




 
 


Privatdetektivin Billie Pinkernell. Band 7

Billie will bei der Pony-Parade mitmachen und ist auf der Jagd nach Sponsoren. 
Dann bekommt sie vom Pferdeflüsterer einen spannenden Auftrag.
Und als ihr Freund Tim als Dieb verdächtigt wird, tut sie alles, um seine Unschuld zu beweisen. Die pfiffige Detektivin ist mal wieder rund um die Uhr im Einsatz. Lies die Leseprobe unten auf dieser Seite
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Der falsche Pferdeflüsterer
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„Meine Tochter ist ein großer Billie Pinkernell-Fan. Auch dieses Buch fand sie wieder ganz toll, wie bereits alle in dieser Serie.“

  1. -Dirk Roth, Amazon.de¹


„Billies quirlige Aktivität und unerschrockenes Selbstbewusstsein bringen ihr den gewünschten Erfolg. Viele Figuren in diesem Fall sind Altbekannte aus vorherigen Fällen.“ – ekz Bibliotheksservice

¹ Alle Zitate aus Amazon Kundenrezensionen: 
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Hardcover. 
Ueberreuter Verlag. 114 S.
(Privatdetektivin Billie Pinkernell, 7)
ISBN 3-8000-5200-8 

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